Nachdem Luise und ich letzte Woche gelernt haben, wie man Chapati macht, mussten wir das am Samstag natürlich direkt selbst ausprobieren.
Also haben wir alles organisiet und gehofft, dass alles reibungslos verläuft und wir alles problemlos hinkriegen.
Unser Plan sah wie folgt aus:
16:30 Uhr ab zum Markt um die Zutaten fürs Kachumbari (Tomatensalat), also Tomaten und Zwiebeln, einzukaufen.
17:00 Uhr Beginn des Kochvorhabens
Sobald wir fertig sind : Lecker Essen!
Unser Plan wurde direkt am Anfang zerstört, weil Hilary, der mit uns zum Markt kommen wollte, damit uns keiner mit den Preisen über den Tisch zieht, erst och sein Hemd bügeln musste. Für ca. 500 m Weg hin und 500 m Weg zurück. Dafür braucht man dann schon mal eine halbe Stunde. Wir sind also erst gegen kurz nach 17:00 Uhr losgekommen. Dementsprechend spät waren wir auch wieder zu Hause.
Ein weiteres Problem bestand darin, dass wir zwar Mehl bekommen hatten, aber nur die zwei Kilo für den Teig und nix mehr zum Ausrollen.Also musste erst Vanesa noch mal los um noch etwas Mehl nachzuholen, da der Teig doch leider etwas zu weich geworden ist.
Es ist übrigens gar nicht so einfach einen Teig aus zwei Kilo Mehl mit der Hand zu kneten. Aber es hat funktioniert. Wegen mangelnder Übung habe ich allerdings doch ganz schön lange geknetet, während Luise neben mir saß und 7 Zwiebeln und 20 Tomaten für das Kachumbari vorbereitet hat.
Ich habe dann noch den Teig in kleine Bällchen potiorniert.
Luise hat die Zwiebeln klein gewürfelt und dann zubereitet, wie man das hier so macht. Das heißt, dass die erst mal mit Salz gut durchgeknetet und dann abgewaschen werden. Das wiederholt man zweimal, damit die Zwiebeln an Schärfe verlieren. Anschließend kommen die klein geschnittenen Tomaten dazu und nach Bedarf noch ein wenig Salz. Gut abgedeckt gegen diverse Insekten, vor allem kleine nervige Helikopterkäfer, konnte der Salat dann schon mal durchziehen.
Jetzt waren die Chapati dran. Luise hat meine Teigbällchen zu flachen Fladen verarbeitet, die ich dann in der Chapatipfanne ausbacken konnte. Das geht zu zweit auch eigentlich ganz schnell, weil man super Hand in Hand arbeiten kann, sobald die Pfanne die richtige Temperatur erreicht hat, kann man auch backen, als gäbs kein morgen mehr. Temperatur zu halten ist auf einem Holzkohleherd nicht so einfach. Aber es funktioniert, wenn man weiß wie. Dafür hatten wir ja die Familie drumherumsitzen.
Obwohl wir also relativ flott waren beim Backen, dauert das ganze bei 43 Chapati schon mal etwas länger.
Das resultierte dann darin, dass wir erst um kurz vor halb elf fertig waren. Das tat uns schon wohl etwas leid, weil ja alle warten mussten. Dafür haben wir aber geschmacklich einen Volltreffer gelandet.
Offensichtlich waren sie erstaunt und begeistert, dass wir, obwohl wir aus Deutschland kommen, wenigstens ein bisschen kochen und backen können. Unserer mündlichen Mitteilung, dass wir sowas durchaus schon mal gemacht haben und ein bisschen was können, wollte leider keiner Glauben schenken.
Aber es war wirklich unglaublich lecker, auch wenn man sich nicht selbst loben soll, ich muss sagen, uns ist das Essen, dafür, dass wir es das erste Mal gemacht haben ausgesprochen gut gelungen.
Donald hat uns auch gleich mal mitgeteilt, dass wir das ruhig öfter machen dürfen.
Hilarys Frage bestand, als er uns über die Schulter geschaut hat, allerdings eher darin, mich fünf Mal zu fragen, ob ich den Teid für die Chapati wirklich selbst gemacht habe. Komplett?, Angefangen beim Mehl? Ganz alleine? Ohne Hilfe von Mama und Vanesa? Ich hab nacher schon daran gezweifelt, ob ich ihn verstehe, oder er mich. Er wollte mir einfach nicht glauben. Wobei wir zugegebenermaßen echt Probleme damit hatten, das weder Vanesa noch Mama uns ins Handwerk pfuschen. Am liebsten hätte die ganze Familie einmal mitgemischt.
Jedenfalls saßen wir im Wohnzimmer zum kochen, woanders ist ja auch kein Tisch zum kneten und schneiden und in der Küche ist nicht mal Platz für zwei Leute zum Arbeiten und Vanesa hat da auch noch gekocht. Der Vorteil am Wohnzimmer ist natürlich, dass man gemütlich sitzen kann (es sei denn, man steht zum Kneten) und Musik und Licht hat. Andererseits können sich natürlich auch alle anderen gemütlich drumherum sitzen und einem zuschauen. Das macht einen auch nur geringfügig nervös.
Aber wir haben es ja mit Bravour gemeistert.
Morgen lernen wir, wie man Maandazi macht, wenn wir die ausprobieren werde ich mitteilen, ob auch das funktioniert hat.
Die Kangas, die wir zum Kochen anhatten, waren nacher auch weiß vom Mehl, wie auch der Tisch, das Sofa, auf dem wir saßen und wir selbst natürlich auch. Man hat auf jeden Fall gesehen, dass wir gearbeitet hatten.
Dienstag, 15. November 2011
Dienstag, 8. November 2011
Fußballer
Aber nur weil die offiziellen Spiele vorbei sind, heißt das ja nicht, dass es das jetzt gewesen ist.
Nein, Luise brauchte noch Fotos von den "Small Boys" für einen Artikel und ich ja auch noch um mal zu zeigen, für wen wir da so miteifern. Ihr müsst das ja auch mal nachvollziehen können.
Also haben wir erstmal Hilary gefragt, der konnte uns aber nicht wirklich weiterhelfen, er spielt ja auch erst seit ein paar Wochen in der Mannschaft. Deswegen haben wir auch noch Fideli gefragt, ob es möglich ist die Mannschaft zu fotografieren, auch wenn sie kein Spiel mehr haben. Das musste zuerst einmal an den Teamleader weitergegeben werden. Als dass dann abgenickt wurde, musste nur noch ein Termin her. Ist uns ja relativ egal gewesen, da wir ja relativ wenige Termine haben.
Außer unsere Arbeit. Deswegen ist morgens um 8:00 Uhr eher ein schlechter Plan. Hat er wohl nicht so genau drüber nachgedacht. Dafür hat Mama ihm aber noch ein paar Takte dazu erzählt. Wir verstehen ja nicht viel Swahili, aber das haben wir verstanden!
Naja gut, der Termin wurde dann auf später verschoben, was eine außerordentlich präzise Zeitangabe ist. Aber wir wussten, es sollte noch am gleichen Tag sein. Also saßen wir nach der Arbeit zu Hause, haben uns und die Kameras vorbereitet und gewartet.
Später am Nachmittag war es dann endlich soweit.
Fideli ist mit Luises Fahrrad zurückgekehrt und hat uns gesagt es wären alle da. Er hatte sein Fußballdress sogar schon an. Als wir dann am Fußballplatzt angekommen sind, waren auch tatsächlich 10 Feldspieler, ein Torwart und der Teamleader und wer noch so dazugehört da.
Und das nur für uns. Das war schon ziemlich niedlich von ihnen.
Aber gefreut haben sie sich auch, dass wir Fotos gmacht haben, nur das mit dem Lachen wollte nicht so recht funktionieren. Fideli konnte es aber dann vormachen, was wir mit lachen meinen, obwohl sonst er derjenige ist, der eine völlig emotionslose Miene zur Schau trägt.
Aber wir lassen uns ja nicht entmutigen und haben nach einigen versuchen doch noch einige schöne Fotos bekommen.
Zum Abschluss haben sie sogar noch eine Halbzeit gegen andere Fußballer gespielt, damit sie noch mal spielen können und wir noch Fotos von Fußballern in Aktion haben.
Leider war von unseren Brüdern nur Fideli dabei, obwohl doch eigentlich 3 in der Mannschaft spielen. Aber Donald war noch in Mashi zu einer Beerdigung und Hilary war morgens ins Krankenhaus gebracht worden. Wie sich dort herausstellte, hatte er nicht nur kein Gefühl mehr im Bein, sondern auch noch Malaria und Typhus.
Da hätte ich auch nicht mehr gespielt.
Die Fotos könnt ihr dann wie immer im Fotostraem finden.
Nein, Luise brauchte noch Fotos von den "Small Boys" für einen Artikel und ich ja auch noch um mal zu zeigen, für wen wir da so miteifern. Ihr müsst das ja auch mal nachvollziehen können.
Also haben wir erstmal Hilary gefragt, der konnte uns aber nicht wirklich weiterhelfen, er spielt ja auch erst seit ein paar Wochen in der Mannschaft. Deswegen haben wir auch noch Fideli gefragt, ob es möglich ist die Mannschaft zu fotografieren, auch wenn sie kein Spiel mehr haben. Das musste zuerst einmal an den Teamleader weitergegeben werden. Als dass dann abgenickt wurde, musste nur noch ein Termin her. Ist uns ja relativ egal gewesen, da wir ja relativ wenige Termine haben.
Außer unsere Arbeit. Deswegen ist morgens um 8:00 Uhr eher ein schlechter Plan. Hat er wohl nicht so genau drüber nachgedacht. Dafür hat Mama ihm aber noch ein paar Takte dazu erzählt. Wir verstehen ja nicht viel Swahili, aber das haben wir verstanden!
Naja gut, der Termin wurde dann auf später verschoben, was eine außerordentlich präzise Zeitangabe ist. Aber wir wussten, es sollte noch am gleichen Tag sein. Also saßen wir nach der Arbeit zu Hause, haben uns und die Kameras vorbereitet und gewartet.
Später am Nachmittag war es dann endlich soweit.
Fideli ist mit Luises Fahrrad zurückgekehrt und hat uns gesagt es wären alle da. Er hatte sein Fußballdress sogar schon an. Als wir dann am Fußballplatzt angekommen sind, waren auch tatsächlich 10 Feldspieler, ein Torwart und der Teamleader und wer noch so dazugehört da.
Und das nur für uns. Das war schon ziemlich niedlich von ihnen.
Aber gefreut haben sie sich auch, dass wir Fotos gmacht haben, nur das mit dem Lachen wollte nicht so recht funktionieren. Fideli konnte es aber dann vormachen, was wir mit lachen meinen, obwohl sonst er derjenige ist, der eine völlig emotionslose Miene zur Schau trägt.
Aber wir lassen uns ja nicht entmutigen und haben nach einigen versuchen doch noch einige schöne Fotos bekommen.
Zum Abschluss haben sie sogar noch eine Halbzeit gegen andere Fußballer gespielt, damit sie noch mal spielen können und wir noch Fotos von Fußballern in Aktion haben.
Leider war von unseren Brüdern nur Fideli dabei, obwohl doch eigentlich 3 in der Mannschaft spielen. Aber Donald war noch in Mashi zu einer Beerdigung und Hilary war morgens ins Krankenhaus gebracht worden. Wie sich dort herausstellte, hatte er nicht nur kein Gefühl mehr im Bein, sondern auch noch Malaria und Typhus.
Da hätte ich auch nicht mehr gespielt.
Die Fotos könnt ihr dann wie immer im Fotostraem finden.
Fußball die letzte
Hier die vermutlich letzte Mitteilung über Fußball für dieses Jahr:
Es wird nicht mehr gespielt.
Grund: Die Regenzeit hat begonnen.
Luise und ich hielten das für keine sonderlich gute Begründung, bis wir Samstagabend gesehen haben, was Regen mit einem Fußballplatz anrichten kann:
Wir sind aus Singida wiedergekommen und wolten wie immer nichts böses ahnend den Weg am Fußballplatz vorbei nach Hause nehmen. Das wurde zuersteinmal dadurch erschwert, dass es sehr rutschig war, es hatte etwas geregnt, als wir in Singida waren. Oder auch etwas mehr, wie wir hundert Meter weiter festgestellt haben. Direkt vor uns gab es auf einmal einen Bach, der vorher noch nicht da war. Und dieser Bach führte direkt zu der Seenplatte, die vorher einmal ein Fußballfeld gewesen war. Da es dunkel war konnten wir die Ausmaße nicht ganz erahnen, außer, dass wir umdrehen und den Umweg über die asphaltierte Straße nehmen mussten um zu Hause anzukommen.
Am nächsten Tag als wir zur Kirche gelaufen sind, haben wir erst gesehen, was die Wassermassen angerichtet hatten.
Es war ernsthaft alles nass!
Komplett!
Ohne Ausnahme!
Das war erschreckend!
Als wir gefahren sind, war noch alles trocken gewesen.
Doch kaum ist man mal zwei Tage weg, steht hier alles unter Wasser.
Ein Fußballspiel würde also tatsächlich in einer einzigen Schlammschlacht ausarten, vor allem, da viele Fußballschuhe keine Stollen haben. Und es wäre vermutlich auch nacher keiner mehr in der Lage die Trikots wieder sauber zu bekommen. Und wenn das Wasser an einigenStellen zehn Zentimeter hochsteht, weil der Platz so uneben ist, macht das Spielen vermutlich auch keinen Spaß mehr.
Schade eigentlich, Luise und ich hatten doch gerade erst unsere Begeisterung für Fußball entdeckt.
Jetzt hoffen wir, dass die Regenzeit nicht ganz so lang ist.
Diese hier geht bis Dezember, die nächste beginnt im Januar und geht dann bis Mai oder Juni, wenn wir Glück haben, können wir dann noch ein Spiel sehen, bevor wir gehen müssen.
Wir drücken die Daumen!
Ihr auch?
Es wird nicht mehr gespielt.
Grund: Die Regenzeit hat begonnen.
Luise und ich hielten das für keine sonderlich gute Begründung, bis wir Samstagabend gesehen haben, was Regen mit einem Fußballplatz anrichten kann:
Wir sind aus Singida wiedergekommen und wolten wie immer nichts böses ahnend den Weg am Fußballplatz vorbei nach Hause nehmen. Das wurde zuersteinmal dadurch erschwert, dass es sehr rutschig war, es hatte etwas geregnt, als wir in Singida waren. Oder auch etwas mehr, wie wir hundert Meter weiter festgestellt haben. Direkt vor uns gab es auf einmal einen Bach, der vorher noch nicht da war. Und dieser Bach führte direkt zu der Seenplatte, die vorher einmal ein Fußballfeld gewesen war. Da es dunkel war konnten wir die Ausmaße nicht ganz erahnen, außer, dass wir umdrehen und den Umweg über die asphaltierte Straße nehmen mussten um zu Hause anzukommen.
Am nächsten Tag als wir zur Kirche gelaufen sind, haben wir erst gesehen, was die Wassermassen angerichtet hatten.
Es war ernsthaft alles nass!
Komplett!
Ohne Ausnahme!
Das war erschreckend!
Als wir gefahren sind, war noch alles trocken gewesen.
Doch kaum ist man mal zwei Tage weg, steht hier alles unter Wasser.
Ein Fußballspiel würde also tatsächlich in einer einzigen Schlammschlacht ausarten, vor allem, da viele Fußballschuhe keine Stollen haben. Und es wäre vermutlich auch nacher keiner mehr in der Lage die Trikots wieder sauber zu bekommen. Und wenn das Wasser an einigenStellen zehn Zentimeter hochsteht, weil der Platz so uneben ist, macht das Spielen vermutlich auch keinen Spaß mehr.
Schade eigentlich, Luise und ich hatten doch gerade erst unsere Begeisterung für Fußball entdeckt.
Jetzt hoffen wir, dass die Regenzeit nicht ganz so lang ist.
Diese hier geht bis Dezember, die nächste beginnt im Januar und geht dann bis Mai oder Juni, wenn wir Glück haben, können wir dann noch ein Spiel sehen, bevor wir gehen müssen.
Wir drücken die Daumen!
Ihr auch?
Graduation auf tansanisch
Vorletzte Woche waren wir auch am Donnerstag nicht arbeiten, weil die Graduation von Hilary und seinen Freunden war. Da mussten wir natürlich hin, keine Frage.
Nachdem wir früh aufgestanden sind,weil wir ja um 10:00 Uhr da sein sollten und auch pünktlich eine halbe Stunde früher bereit waren loszugehen, waren wir damit auch die einzigen.
Außer Hilary musste nämlich keiner so früh da sein. Deswegen haben wir Mama Reis pulen geholfen.Irgendwann ist dann auch Fideli gegangen, wohin auch immer und wir waren immer noch zu Hause.
Als Hilary dann bei uns angerufen hat, wo wir denn bleiben würden, sind wir dann doch losgegangen, allerdings nicht wie geplant alle zusammen, nein, nur Luise und ich. Mama und Vanesa mussten nämlich noch das Essen weiter vorbereiten und danach noch sich fertigmachen.Den Teil hatten Luise und ich ja schon in aller Frühe erledigt. Von Pemba und Mary (Freundin und Tochter von Donald) war auch noch nichts zu sehen. Als Luise und ich dann da waren, hatte die Veranstaltung mitnichten schon angefangen, wir gehörten zu den ersten Gästen. Dafür hatten wir ganz gute Plätze und alle anderen noch die Möglichkeit ein bisschen Mzungu zu gucken.
Die Veranstaltung an sich sah dann so aus, dass auf der einen Seite alle Schüler saßen und auf der anderen alle Gäste. Vor Kopf war das Podium für die Lehrer aufgebaut, wo sich die Schüler später ihre Zettel und Urkunden abgeholt haben.
Wir saßen so, das wir direkten Blick auf Hilary und Franky (einer von Hilarys Freunden) hatten. Da wir von der ganzen ca. 4 stündigen Veranstaltung ungefähr gar nichts verstanden haben, da wir leider nicht so viel Swahili verstehen, mussten wir uns irgendwie anders beschäftigen und haben lustige nonverbale Kommunikation betrieben. Das einzige, was wir verstanden haben, war, dass in einem ziemlich genialen Rap eines Schülers das Wort „Mzungu“ vorkam. Dafür haben wir mittlerweile Sensoren. Dieses eine kleine Wort reichte dafür, dass uns der ganze Saal angeguckt hat. Das hatte uns an diesem Tag auch noch gefehlt. Der Rap war allerdings so begeisternd, dass sich die meisten nicht lange auf uns konzentrieren konnten.
Irgendwann im Laufe der Veranstaltung ist auch der Rest der Familie dazugestoßen, musste aber woanders sitzen, da neben uns schon besetzt war. Fideli stand dann auf einmal vor uns, wo der hergekommen ist wissen wir nicht, wie allerdings wohl, mit Luises Fahrrad!
Er hat sich dann mit Luises Kamera als Fotograf betätigt und so für einige nette Fotos gesorgt. Und bei mir und Luise für einige Lacher. Wir wollten uns nämlich nicht fotografieren lassen, aber er hat uns gesagt „Don´t ashame me!“ Das ist kaum zu glauben, spricht der Kerl schon fast kein Englisch und wir betreiben jedes Mal wieder Rätselraten, was er uns mitteilen möchte, und dann sowas.
Nach der offiziellen Veranstaltung gab es dann noch lecker was zu essen, zur Feier des Tages Pilau (Gewürzreis, sehr lecker) und davon natürlich wieder viel zu viel, aber lecker. Die daraus resultierende Ruhepause haben wir damit verbracht mit Mary zu spielen. Mary ist die Tochter von Donald, sie ist fünf Jahre alt, hat es faustdick hinter den Ohren und ist super niedlich. Besonders schön war es den Jungs dabei zuzusehen, wie sie mit ihr umgegangen sind. Als wir jedoch Fideli als ihren Onkel bezeichnet haben, hat er uns angeguckt und gesagt: Nein! Das hat uns verwirrt!
Er meinte aber nein, weil es hier einen Unterschied zwischen Onkels gibt, einmal die Brüder der Mutter, die als Onkel bezeichnet werden und die Brüder des Vaters, die als Baba Mdogo, also als kleiner Papa, bezeichnet werden. Da musste doch eben voller Stolz festgestellt werden, dass er Baba Mdogo ist.
Den Rest des Tages haben wir noch kurz am Fußballplatz verbracht, weil das Endspiel von irgendwas war und wir Mary mitnehmen durften und deswegen auch nicht mehr allzuviel von Spiel mitbekommen haben, aber das war so oder so schon fast vorbei.
Der Rest des Tages verlief dann auch eher gemütlich, mit ein bisschen Musik und einer Auswahl deutscher und tansanischer Kinderspiele. Abends dürften dann auch alle ziemlich müde ins Bett gefallen sein. Aber der Tag war sehr schön!
Donnerstag, 3. November 2011
Ich glaube ich habe heute bei einigen Kindern eine Mzungu-Phobie verursacht.
Eigentlich habe ich gar nichts schlimmes gemacht, außer ihnen kurz in den Finger gepiekst. Ds Problem war nur, dass sie vorher gehört haben, wie ein kleines Mädchen panisch rumgeschrien hat.
Bei ihr musste nämlich leider Blut aus dem Arm abgenommen werden, weil wir mehrere Tests machen sollten. Als sie allerdings die Spritze gesehen hat, wars vorbei. Da konnte sie gar nichts mehr beruhigen. Nicht einmal gutes Zureden und Beruhigungsversuche von allen Seiten. An ihr Blut mussten wir aber trotzdem ran...
Wir hatten sogar eine extra kleine Nadel, die eigentlich zum Insulinspritzen gedacht ist. Die spürt man praktisch gar nicht. Aber wenn man so oder so schon Panik ohne Ende hat, ist das auch schon egal.
Es lief auf jeden Fall darauf hinaus, dass ihre Mutter sie aufm Schoß hatte, ich mit beiden Händen ihren Arm festgehalten habe und gleichzeitig die Vene abgedrückt habe (so doll wie ich festhalten musste, hätte ich das so oder so getan) und Abdulahy sein bestes gegeben hat um möglichst schnell an die Ader zu kommen.
Das hat auch soweit ganz gut funktioniert. Anstrengend wars trotzdem, weil sie sich nicht kampflos festhalten lassen wollte. Sie tat mir ganz schön leid!
Später konnte sie mich aber wieder anlächeln, ich hoffe,, sie ist nicht nachtragend...
Die anderen Kinder, die später kamen, waren noch kleiner, alle so um 2 herum und etwa genauso panisch. Da musste ich schon echt schnell sein, wenn ich mit dem Blut nur den Objektträger treffen wollte und nicht alles andere oder meine eigene Hand. Aber wozu gibt es schließlich Handschuhe? Da macht das doch alles nix.
Danach hatte ich dann erstmal wieder Ruhe, bis ein neuerlicher Ansturm an Patienten ins Labor kam, da hab ich dann noch einen Blutabnehmmarathon hingelegt, während Luise alle Namen aufgeschrieben hat.
Anschließend hatten wir uns meinen Tee und meine Chapatis auch redlich verdient. Die wir natürlich schwesterlich geteilt haben.
Eigentlich habe ich gar nichts schlimmes gemacht, außer ihnen kurz in den Finger gepiekst. Ds Problem war nur, dass sie vorher gehört haben, wie ein kleines Mädchen panisch rumgeschrien hat.
Bei ihr musste nämlich leider Blut aus dem Arm abgenommen werden, weil wir mehrere Tests machen sollten. Als sie allerdings die Spritze gesehen hat, wars vorbei. Da konnte sie gar nichts mehr beruhigen. Nicht einmal gutes Zureden und Beruhigungsversuche von allen Seiten. An ihr Blut mussten wir aber trotzdem ran...
Wir hatten sogar eine extra kleine Nadel, die eigentlich zum Insulinspritzen gedacht ist. Die spürt man praktisch gar nicht. Aber wenn man so oder so schon Panik ohne Ende hat, ist das auch schon egal.
Es lief auf jeden Fall darauf hinaus, dass ihre Mutter sie aufm Schoß hatte, ich mit beiden Händen ihren Arm festgehalten habe und gleichzeitig die Vene abgedrückt habe (so doll wie ich festhalten musste, hätte ich das so oder so getan) und Abdulahy sein bestes gegeben hat um möglichst schnell an die Ader zu kommen.
Das hat auch soweit ganz gut funktioniert. Anstrengend wars trotzdem, weil sie sich nicht kampflos festhalten lassen wollte. Sie tat mir ganz schön leid!
Später konnte sie mich aber wieder anlächeln, ich hoffe,, sie ist nicht nachtragend...
Die anderen Kinder, die später kamen, waren noch kleiner, alle so um 2 herum und etwa genauso panisch. Da musste ich schon echt schnell sein, wenn ich mit dem Blut nur den Objektträger treffen wollte und nicht alles andere oder meine eigene Hand. Aber wozu gibt es schließlich Handschuhe? Da macht das doch alles nix.
Danach hatte ich dann erstmal wieder Ruhe, bis ein neuerlicher Ansturm an Patienten ins Labor kam, da hab ich dann noch einen Blutabnehmmarathon hingelegt, während Luise alle Namen aufgeschrieben hat.
Anschließend hatten wir uns meinen Tee und meine Chapatis auch redlich verdient. Die wir natürlich schwesterlich geteilt haben.
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