Samstag, 24. Dezember 2011

Heri ya kristmasi!!
Frohe Weihnachten!!

Und allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!!
Heri ya mwaka mpya!!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Warum?

Warum bekomme ich nachts um halb elf von einer politischen Partei eine SMS mit folgendem Inhalt?

Heri ya mwaka mpya, mungu ibariki Tanzania, mungu ibariki Afrika, mungu ibariki CHDEMA.

Übersetzung:
Frohes neues Jahr, Gott segne Tansania, Gott segne Afrika, Gott segne CHEDEMA.

CHEDEMA ist der Name der Partei. Alle anderen haben diese SMS nicht bekommen.
Ich bin verwirrt.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Es tut mir leid, dass ich mich sei einiger Zeit nicht mehr gemeldet habe, aber wir hatten kleiner internettechnische Schwierigkeiten. Ich werde demnächst von allem berichten, was im letzten Monat so los war.
Die Kurzversion sieht so aus:
Wir haben eine Safari gemacht (Ngorongoro-Krater) -> fantastisch!
Luise hatte Malaria -> nicht ganz so fantastisch
Wir machen gerade Urlaub in Geita am Victoriasee -> auch ziemlich fantastisch
Diverser Kleinkram -> mal mehr mal weniger fantastisch

Dienstag, 15. November 2011

Kochen auf tansanisch

Nachdem Luise und ich letzte Woche gelernt haben, wie man Chapati macht, mussten wir das am Samstag natürlich direkt selbst ausprobieren.
Also haben wir alles organisiet und gehofft, dass alles reibungslos verläuft und wir alles problemlos hinkriegen.

Unser Plan sah wie folgt aus:
16:30 Uhr ab zum Markt um die Zutaten fürs Kachumbari (Tomatensalat), also Tomaten und Zwiebeln, einzukaufen.
17:00 Uhr Beginn des Kochvorhabens
Sobald wir fertig sind : Lecker Essen!

Unser Plan wurde direkt am Anfang zerstört, weil Hilary, der mit uns zum Markt kommen wollte, damit uns keiner mit den Preisen über den Tisch zieht, erst och sein Hemd bügeln musste. Für ca. 500 m Weg hin und 500 m Weg zurück. Dafür braucht man dann schon mal eine halbe Stunde. Wir sind also erst gegen kurz nach 17:00 Uhr losgekommen. Dementsprechend spät waren wir auch wieder zu Hause.
Ein weiteres Problem bestand darin, dass wir zwar Mehl bekommen hatten, aber nur die zwei Kilo für den Teig und nix mehr zum Ausrollen.Also musste erst Vanesa noch mal los um noch etwas Mehl nachzuholen, da der Teig doch leider etwas zu weich geworden ist.
Es ist übrigens gar nicht so einfach einen Teig aus zwei Kilo Mehl mit der Hand zu kneten. Aber es hat funktioniert. Wegen mangelnder Übung habe ich allerdings doch ganz schön lange geknetet, während Luise neben mir saß und 7 Zwiebeln und 20 Tomaten für das Kachumbari vorbereitet hat.
Ich habe dann noch den Teig in kleine Bällchen potiorniert.
Luise hat die Zwiebeln klein gewürfelt und dann zubereitet, wie man das hier so macht. Das heißt, dass die erst mal mit Salz gut durchgeknetet und dann abgewaschen werden. Das wiederholt man zweimal, damit die Zwiebeln an Schärfe verlieren. Anschließend kommen die klein geschnittenen Tomaten dazu und nach Bedarf noch ein wenig Salz. Gut abgedeckt gegen diverse Insekten, vor allem kleine nervige Helikopterkäfer, konnte der Salat dann schon mal durchziehen.

Jetzt waren die Chapati dran. Luise hat meine Teigbällchen zu flachen Fladen verarbeitet, die ich dann in der Chapatipfanne ausbacken konnte. Das geht zu zweit auch eigentlich ganz schnell, weil man super Hand in Hand arbeiten kann, sobald die Pfanne die richtige Temperatur erreicht hat, kann man auch backen, als gäbs kein morgen mehr. Temperatur zu halten ist auf einem Holzkohleherd nicht so einfach. Aber es funktioniert, wenn man weiß wie. Dafür hatten wir ja die Familie drumherumsitzen.
Obwohl wir also relativ flott waren beim Backen, dauert das ganze bei 43 Chapati schon mal etwas länger.
Das resultierte dann darin, dass wir erst um kurz vor halb elf fertig waren. Das tat uns schon wohl etwas leid, weil ja alle warten mussten. Dafür haben wir aber geschmacklich einen Volltreffer gelandet.
Offensichtlich waren sie erstaunt und begeistert, dass wir, obwohl wir aus Deutschland kommen, wenigstens ein bisschen kochen und backen können. Unserer mündlichen Mitteilung, dass wir sowas durchaus schon mal gemacht haben und ein bisschen was können, wollte leider keiner Glauben schenken.
Aber es war wirklich unglaublich lecker, auch wenn man sich nicht selbst loben soll, ich muss sagen, uns ist das Essen, dafür, dass wir es das erste Mal gemacht haben ausgesprochen gut gelungen.
Donald hat uns auch gleich mal mitgeteilt, dass wir das ruhig öfter machen dürfen.

Hilarys Frage bestand, als er uns über die Schulter geschaut hat, allerdings eher darin, mich fünf Mal zu fragen, ob ich den Teid für die Chapati wirklich selbst gemacht habe. Komplett?, Angefangen beim Mehl? Ganz alleine? Ohne Hilfe von Mama und Vanesa? Ich hab nacher schon daran gezweifelt, ob ich ihn verstehe, oder er mich. Er wollte mir einfach nicht glauben. Wobei wir zugegebenermaßen echt Probleme damit hatten, das weder Vanesa noch Mama uns ins Handwerk pfuschen. Am liebsten hätte die ganze Familie einmal mitgemischt.
Jedenfalls saßen wir im Wohnzimmer zum kochen, woanders ist ja auch kein Tisch zum kneten und schneiden und in der Küche ist nicht mal Platz für zwei Leute zum Arbeiten und Vanesa hat da auch noch gekocht. Der Vorteil am Wohnzimmer ist natürlich, dass man gemütlich sitzen kann (es sei denn, man steht zum Kneten) und Musik und Licht hat. Andererseits können sich natürlich auch alle anderen gemütlich drumherum sitzen und einem zuschauen. Das macht einen auch nur geringfügig nervös.

Aber wir haben es ja mit Bravour gemeistert.
Morgen lernen wir, wie man Maandazi macht, wenn wir die ausprobieren werde ich mitteilen, ob auch das funktioniert hat.

Die Kangas, die wir zum Kochen anhatten, waren nacher auch weiß vom Mehl, wie auch der Tisch, das Sofa, auf dem wir saßen und wir selbst natürlich auch. Man hat auf jeden Fall gesehen, dass wir gearbeitet hatten.

Dienstag, 8. November 2011

Fußballer

Aber nur weil die offiziellen Spiele vorbei sind, heißt das ja nicht, dass es das jetzt gewesen ist.
Nein, Luise brauchte noch Fotos von den "Small Boys" für einen Artikel und ich ja auch noch um mal zu zeigen, für wen wir da so miteifern. Ihr müsst das ja auch mal nachvollziehen können.
Also haben wir erstmal Hilary gefragt, der konnte uns aber nicht wirklich weiterhelfen, er spielt ja auch erst seit ein paar Wochen in der Mannschaft. Deswegen haben wir auch noch Fideli gefragt, ob es möglich ist die Mannschaft zu fotografieren, auch wenn sie kein Spiel mehr haben. Das musste zuerst einmal an den Teamleader weitergegeben werden. Als dass dann abgenickt wurde, musste nur noch ein Termin her. Ist uns ja relativ egal gewesen, da wir ja relativ wenige Termine haben.
Außer unsere Arbeit. Deswegen ist morgens um 8:00 Uhr eher ein schlechter Plan. Hat er wohl nicht so genau drüber nachgedacht. Dafür hat Mama ihm aber noch ein paar Takte dazu erzählt. Wir verstehen ja nicht viel Swahili, aber das haben wir verstanden!
Naja gut, der Termin wurde dann auf später verschoben, was eine außerordentlich präzise Zeitangabe ist. Aber wir wussten, es sollte noch am gleichen Tag sein. Also saßen wir nach der Arbeit zu Hause, haben uns und die Kameras vorbereitet und gewartet.

Später am Nachmittag war es dann endlich soweit.
Fideli ist mit Luises Fahrrad zurückgekehrt und hat uns gesagt es wären alle da. Er hatte sein Fußballdress sogar schon an. Als wir dann am Fußballplatzt angekommen sind, waren auch tatsächlich 10 Feldspieler, ein Torwart und der Teamleader und wer noch so dazugehört da.
Und das nur für uns. Das war schon ziemlich niedlich von ihnen.
Aber gefreut haben sie sich auch, dass wir Fotos gmacht haben, nur das mit dem Lachen wollte nicht so recht funktionieren. Fideli konnte es aber dann vormachen, was wir mit lachen meinen, obwohl sonst er derjenige ist, der eine völlig emotionslose Miene zur Schau trägt.
Aber wir lassen uns ja nicht entmutigen und haben nach einigen versuchen doch noch einige schöne Fotos bekommen.
Zum Abschluss haben sie sogar noch eine Halbzeit gegen andere Fußballer gespielt, damit sie noch mal spielen können und wir noch Fotos von Fußballern in Aktion haben.

Leider war von unseren Brüdern nur Fideli dabei, obwohl doch eigentlich 3 in der Mannschaft spielen. Aber Donald war noch in Mashi zu einer Beerdigung und Hilary war morgens ins Krankenhaus gebracht worden. Wie sich dort herausstellte, hatte er nicht nur kein Gefühl mehr im Bein, sondern auch noch Malaria und Typhus.
Da hätte ich auch nicht mehr gespielt.

Die Fotos könnt ihr dann wie immer im Fotostraem finden.

Fußball die letzte

Hier die vermutlich letzte Mitteilung über Fußball für dieses Jahr:

Es wird nicht mehr gespielt.
Grund: Die Regenzeit hat begonnen.
Luise und ich hielten das für keine sonderlich gute Begründung, bis wir Samstagabend gesehen haben, was Regen mit einem Fußballplatz anrichten kann:
Wir sind aus Singida wiedergekommen und wolten wie immer nichts böses ahnend den Weg am Fußballplatz vorbei nach Hause nehmen. Das wurde zuersteinmal dadurch erschwert, dass es sehr rutschig war, es hatte etwas geregnt, als wir in Singida waren. Oder auch etwas mehr, wie wir hundert Meter weiter festgestellt haben. Direkt vor uns gab es auf einmal einen Bach, der vorher noch nicht da war. Und dieser Bach führte direkt zu der Seenplatte, die vorher einmal ein Fußballfeld gewesen war. Da es dunkel war konnten wir die Ausmaße nicht ganz erahnen, außer, dass wir umdrehen und den Umweg über die asphaltierte Straße nehmen mussten um zu Hause anzukommen.

Am nächsten Tag als wir zur Kirche gelaufen sind, haben wir erst gesehen, was die Wassermassen angerichtet hatten.

Es war ernsthaft alles nass!
Komplett!
Ohne Ausnahme!
Das war erschreckend!
Als wir gefahren sind, war noch alles trocken gewesen.
Doch kaum ist man mal zwei Tage weg, steht hier alles unter Wasser.

Ein Fußballspiel würde also tatsächlich in einer einzigen Schlammschlacht ausarten, vor allem, da viele Fußballschuhe keine Stollen haben. Und es wäre vermutlich auch nacher keiner mehr in der Lage die Trikots wieder sauber zu bekommen. Und wenn das Wasser an einigenStellen zehn Zentimeter hochsteht, weil der Platz so uneben ist, macht das Spielen vermutlich auch keinen Spaß mehr.
Schade eigentlich, Luise und ich hatten doch gerade erst unsere Begeisterung für Fußball entdeckt.
Jetzt hoffen wir, dass die Regenzeit nicht ganz so lang ist.
Diese hier geht bis Dezember, die nächste beginnt im Januar und geht dann bis Mai oder Juni, wenn wir Glück haben, können wir dann noch ein Spiel sehen, bevor wir gehen müssen.
Wir drücken die Daumen!
Ihr auch?

Graduation auf tansanisch

Vorletzte Woche waren wir auch am Donnerstag nicht arbeiten, weil die Graduation von Hilary und seinen Freunden war. Da mussten wir natürlich hin, keine Frage.
Nachdem wir früh aufgestanden sind,weil wir ja um 10:00 Uhr da sein sollten und auch pünktlich eine halbe Stunde früher bereit waren loszugehen, waren wir damit auch die einzigen.
Außer Hilary musste nämlich keiner so früh da sein. Deswegen haben wir Mama Reis pulen geholfen.Irgendwann ist dann auch Fideli gegangen, wohin auch immer und wir waren immer noch zu Hause.

Als Hilary dann bei uns angerufen hat, wo wir denn bleiben würden, sind wir dann doch losgegangen, allerdings nicht wie geplant alle zusammen, nein, nur Luise und ich. Mama und Vanesa mussten nämlich noch das Essen weiter vorbereiten und danach noch sich fertigmachen.Den Teil hatten Luise und ich ja schon in aller Frühe erledigt. Von Pemba und Mary (Freundin und Tochter von Donald) war auch noch nichts zu sehen. Als Luise und ich dann da waren, hatte die Veranstaltung mitnichten schon angefangen, wir gehörten zu den ersten Gästen. Dafür hatten wir ganz gute Plätze und alle anderen noch die Möglichkeit ein bisschen Mzungu zu gucken.

Die Veranstaltung an sich sah dann so aus, dass auf der einen Seite alle Schüler saßen und auf der anderen alle Gäste. Vor Kopf war das Podium für die Lehrer aufgebaut, wo sich die Schüler später ihre Zettel und Urkunden abgeholt haben.
Wir saßen so, das wir direkten Blick auf Hilary und Franky (einer von Hilarys Freunden) hatten. Da wir von der ganzen ca. 4 stündigen Veranstaltung ungefähr gar nichts verstanden haben, da wir leider nicht so viel Swahili verstehen, mussten wir uns irgendwie anders beschäftigen und haben lustige nonverbale Kommunikation betrieben. Das einzige, was wir verstanden haben, war, dass in einem ziemlich genialen Rap eines Schülers das Wort „Mzungu“ vorkam. Dafür haben wir mittlerweile Sensoren. Dieses eine kleine Wort reichte dafür, dass uns der ganze Saal angeguckt hat. Das hatte uns an diesem Tag auch noch gefehlt. Der Rap war allerdings so begeisternd, dass sich die meisten nicht lange auf uns konzentrieren konnten.
Irgendwann im Laufe der Veranstaltung ist auch der Rest der Familie dazugestoßen, musste aber woanders sitzen, da neben uns schon besetzt war. Fideli stand dann auf einmal vor uns, wo der hergekommen ist wissen wir nicht, wie allerdings wohl, mit Luises Fahrrad!
Er hat sich dann mit Luises Kamera als Fotograf betätigt und so für einige nette Fotos gesorgt. Und bei mir und Luise für einige Lacher. Wir wollten uns nämlich nicht fotografieren lassen, aber er hat uns gesagt „Don´t ashame me!“ Das ist kaum zu glauben, spricht der Kerl schon fast kein Englisch und wir betreiben jedes Mal wieder Rätselraten, was er uns mitteilen möchte, und dann sowas.

Nach der offiziellen Veranstaltung gab es dann noch lecker was zu essen, zur Feier des Tages Pilau (Gewürzreis, sehr lecker) und davon natürlich wieder viel zu viel, aber lecker. Die daraus resultierende Ruhepause haben wir damit verbracht mit Mary zu spielen. Mary ist die Tochter von Donald, sie ist fünf Jahre alt, hat es faustdick hinter den Ohren und ist super niedlich. Besonders schön war es den Jungs dabei zuzusehen, wie sie mit ihr umgegangen sind. Als wir jedoch Fideli als ihren Onkel bezeichnet haben, hat er uns angeguckt und gesagt: Nein! Das hat uns verwirrt!
Er meinte aber nein, weil es hier einen Unterschied zwischen Onkels gibt, einmal die Brüder der Mutter, die als Onkel bezeichnet werden und die Brüder des Vaters, die als Baba Mdogo, also als kleiner Papa, bezeichnet werden. Da musste doch eben voller Stolz festgestellt werden, dass er Baba Mdogo ist.

Den Rest des Tages haben wir noch kurz am Fußballplatz verbracht, weil das Endspiel von irgendwas war und wir Mary mitnehmen durften und deswegen auch nicht mehr allzuviel von Spiel mitbekommen haben, aber das war so oder so schon fast vorbei.
Der Rest des Tages verlief dann auch eher gemütlich, mit ein bisschen Musik und einer Auswahl deutscher und tansanischer Kinderspiele. Abends dürften dann auch alle ziemlich müde ins Bett gefallen sein. Aber der Tag war sehr schön!

Donnerstag, 3. November 2011

Ich glaube ich habe heute bei einigen Kindern eine Mzungu-Phobie verursacht.
Eigentlich habe ich gar nichts schlimmes gemacht, außer ihnen kurz in den Finger gepiekst. Ds Problem war nur, dass sie vorher gehört haben, wie ein kleines Mädchen panisch rumgeschrien hat.

Bei ihr musste nämlich leider Blut aus dem Arm abgenommen werden, weil wir mehrere Tests machen sollten. Als sie allerdings die Spritze gesehen hat, wars vorbei. Da konnte sie gar nichts mehr beruhigen. Nicht einmal gutes Zureden und Beruhigungsversuche von allen Seiten. An ihr Blut mussten wir aber trotzdem ran...
Wir hatten sogar eine extra kleine Nadel, die eigentlich zum Insulinspritzen gedacht ist. Die spürt man praktisch gar nicht. Aber wenn man so oder so schon Panik ohne Ende hat, ist das auch schon egal.
Es lief auf jeden Fall darauf hinaus, dass ihre Mutter sie aufm Schoß hatte, ich mit beiden Händen ihren Arm festgehalten habe und gleichzeitig die Vene abgedrückt habe (so doll wie ich festhalten musste, hätte ich das so oder so getan) und Abdulahy sein bestes gegeben hat um möglichst schnell an die Ader zu kommen.
Das hat auch soweit ganz gut funktioniert. Anstrengend wars trotzdem, weil sie sich nicht kampflos festhalten lassen wollte. Sie tat mir ganz schön leid!
Später konnte sie mich aber wieder anlächeln, ich hoffe,, sie ist nicht nachtragend...

Die anderen Kinder, die später kamen, waren noch kleiner, alle so um 2 herum und etwa genauso panisch. Da musste ich schon echt schnell sein, wenn ich mit dem Blut nur den Objektträger treffen wollte und nicht alles andere oder meine eigene Hand. Aber wozu gibt es schließlich Handschuhe? Da macht das doch alles nix.

Danach hatte ich dann erstmal wieder Ruhe, bis ein neuerlicher Ansturm an Patienten ins Labor kam, da hab ich dann noch einen Blutabnehmmarathon hingelegt, während Luise alle Namen aufgeschrieben hat.
Anschließend hatten wir uns meinen Tee und meine Chapatis auch redlich verdient. Die wir natürlich schwesterlich geteilt haben.

Montag, 31. Oktober 2011

In meinem Fotostream bei Flickr (Link ist weiter unten) sind neue Fotos. Ich werde versuchen das ganze noch auszubauen, damit ihr auch alle sehen könnt, wie gut es mir hier geht!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Das Nationallamm

Heute mussten wir nicht arbeiten. Nachdem es deswegen morgens schon einige Verwirrung gab, weil eigentlich nur Luise frei bekommen hätte, weil sie Lehrerin ist, und ich zur Arbeit gesollt hätte. Dann hieß es auch Luise muss arbeiten, dann doch nicht. Auf jeden Fall habe ich nach einigen Anrufen bei Sista Angelica auch frei bekommen, nachdem Fideli schon mitgeteilt hat, dass er mich zur Dispensary eskortiert, weil ich nicht alleine fahren kann. Warum wissen wir nicht.
Naja, letztendlich waren wir dann beide beurlaubt und sind dann mit Fideli, er musste uns ja eskortieren, zur Secondary School gegangen sind, wo wir dann auf das "nationallamb of freedom" gewartet haben. Leider waren wir zu spät.
Was wir aber noch gesehen haben war eine Fackel, die feierlich herumgetragen und bestaunt wurde, und einen Gospelchor.

Die SChulkoordinatorin hat uns dann nacher gefragt, ob wir auch das "natinallamb" gesehen haben.Wir mussten ihr dann leider sagen, dass wir nur das Feuer gesehen haben. Das hat alle Umstehenden extrem irritiert. Bis mir ein Licht aufgegangen ist und ich begriffen habe, dass es nie ein Lamm gegeben hat, es ging immer um eine "nationallamp". Das war bei unseren Unterhaltungen auf Swanglish leider nicht klar.
Wir haben uns auf jeden Fall prächtigst über uns selbst amüsiert, wie der Rest auch.

Insofern haben wir doch gesehen, was wir sehen wollten und waren doch nicht zu spät.
Weiter positiv war auch, dass wir nur mit Fideli unterwegs waren und deswegen gezwungen waren Swahili zu sprechen. Wir haben auch alle (fast) verstanden.

Montag, 24. Oktober 2011

Fußball die 2.

Dieses Mal ging es um den dritten Platz, da wir die "Small Boys" das Halbfinale letzte Woche leider verloren haben. Und wieder waren die "Rangers" (die verrückten vom letzten Mal) die Gegner. Als es schon so aussah, als hätten die Rangers gewonnen, hat unsere Mannschaft im letzten Moment noch den Ausgleich erzielt. Das ist zwar prinzipiell super, doch musste dann ja ein eEntscheidung her.
Luise und ich hatten uns schon auf ein "Peanut" (Elfmeterschießen) gefreut. Die Ranger wollten aber nicht. Nachdem sie dann aber wieder Mal lange diskutiert hatten, (mittlerweile war es fast dunkel) haben einfach alle den Platz verlassen.
Die Ranger hatten keine Lust auf Elfmeterschießen und so haben die Small Boys wieder gewonnen.
Die Rangers sind definitiv bekloppt (chisi).
Uns freuts!!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Ein Fußballkrimi

Ein extra Post an alle männlichen Mitglieder meiner Familie!
(der Rest darf auch gerne lesen, ist ja klar)

Wie ihr ja alle wisst, konnte ich mich zu Hause noch nie so wirklich für Fußball begeistern, obwohl ich bei uns ja die einzige echte Gladbacherin bin...

Diese Einstellung wurde hier gründlich auf den Kopf gestellt:
Um Fußball kommt man hier nämlich nicht drumherum. In Iguguno ist uns nämlich schon bei unserer Ankunft vor drei Wochen der große Fußballplatz aufgefallen, also vor allem die Tore, der Rest ist nämlich genauso rot und staubig wie der Rest hier. Geebnet hat den Platz anscheinend auch nie jemand, deswegen ist er auch ziemlich huckelig. Hier finden fast jeden Abend Spiele statt, zu denen wir auch immer eingeladen werden. Die besten Plätze zum Zugucken haben wir mittlerweile auch schon gefunden. Von dort können wir alles sehen, inklusive Sonnenuntergang, und sitzen praktisch auf der Linie, näher dran geht nicht.

Außerdem spielen von meinen 5 Brüdern mittlerweile 3 bei den "Small Boys". Donald und Fideli schon länger, Hilary erst seit ca. einer Woche. Das liegt nicht daran, dass er vorher keine Lust hatte, nein, er durfte erst eintreten, als er ein richtiger "Dorfbewohner" war. Das war er aber erst, nachdem er sein Examen an der Secondary gemacht hat. Seitdem steht er jetzt für unsere Mannschaft im Tor.
Mittlerweile habe ich mir hier schon diverse Spiele angesehen. Doch eins davon war irgendwie anders:
Angefangen hat alles ganz normal, unsere Jungs auf der einen Seite in schwarz-weißen Trikots, die Gegner auf der anderen Seite in gelben Trikots. Soweit alles ok. Die erste Halbzeit war dann auch schon recht spannend, weil beide Mannschaften eine sehr gute Figur gemacht haben, besonders natürlich Fideli und Hilary : )
In der Halbzeit haben Luise und ich uns dann an einem Stück Zuckerrohr gütlich getan. Das ist übrigens ganz schön schwer zu essen, aber ziemlich lecker und süß, was auch sonst. Pünktlich zu Beginn der zweiten Halbzeit waren wir aber soweit, dass wir gleichzeitig essen und gucken konnten. Von unseren Lieblingsplätzen am Spielfeldrand konnten wir dann auch genau verfolgen, was sich dann ca. 15 Minuten nach beginn der zweiten Halbzeit direkt vor uns abspielte:

Das ganze Spiel über hat Hilary im Tor eine super Figur abgegebn, obwohl es sein erstes Spiel war. Doch jetzt hat es tatsächlich einer der gegnerischen Spieler durch die Verteidigungslinie, angeführt von Fideli, geschafft und stürmt aufs Tor zu. Obwohl Luise und ich beide vom Zuckerrohr verklebten Daumen drücken, trifft der Ball das Tor.

Schon schwer niedergeschlagen, sehen wir plötzlich, das der Linienrichter seine Fahne in die Luft hält. Unsere Vermutung: Abseits. Und tatsächlich pfeift der Schiedsrichter. Das Tor zählt nicht. Welche Erleichterung. Für uns. Welcher Ärger für die Gelben! Sofort kommt ein ganzer Trupp von ihnen auf den Lienienrichter zugestürmt um ihm ihre Meinung mitzuteilen. Und zwar sehr lautstark! Obwohl ich noch nicht sehr viel Swahili verstehe, habe ich doch einiges mitbekommen. Besonders deutlich war, dass ein Gelber dem Linienrichter die Fahne aus der Hand reißt. Der inzwischen dazugestoßene Schiedsrichter versucht die Situation unter Kontrolle zu bringen, hat aber gegen die Wut der Spieler kaum eine Chance. Direkt vor uns spielt sich also mittlerweile eine Hin-und-Her ab, das solche Ausmaße annimmt, das wir unsere Füße lieber bei uns behalten und nicht zu weit ausstrecken, nicht das da noch einer drüber fällt. Als die Situation droht außer Kontrolle zu geraten, zieht der Schiedsrichter eine rote Karte. Das sorgt bei einigen der gelben dafür, dass sie wieder zur Besinnnung kommen und nun ihrerseits versuchen ihre Teamkameraden zu beruhigen, die in ihrer Wut durch die Karte noch bestärkt werden. Nun beginnt auch der Schiedsrichter mit dem Linienrichter zu diskutieren, keiner kann mehr sagen, was gewesen ist. Ein Krimi beginnt. Wir können uns nicht vorstellen, dass der Schiedsrichter das Tor doch zählen lässt. Da werden auf einmal unsere Jungs sauer und beginnen nun ihrerseits auf die Verantwortlichen einzureden. Wir sind verwirrt. Zählt das Tor nun oder nicht. Das bedarf einer ausführlichen Beratung. Also bewegen sich die Gelben, die Schwarz-weißen und die beiden Unparteiischen begeben sich zum anderen Spielfeldrand, wo sich anscheinend die Zentrale befindet. Doch auch von dort hören wir immer noch laute Rufe und so ganz beruhigt haben sich auch noch nicht alle.

Eine lange Diskussion beginnt. Gespannt sitzen wir am Rand und warten auf ein Ergebnis. Natürlich hoffen wir, das Abseits wird anerkannt und das Tor zählt nicht. Nach einer Viertelstunde kehren beide Mannschaften zurück auf den Platz. Die "Small Boys" offensichtlich recht zufrieden mit der Situation. Erleichtert stellen wir daran fast: Das Tor wird nicht gezählt. Zufrieden freuen wir uns auf einen bestimmt spannenden Rest des Spiels, doch es ist noch nicht vorbei!

Anstoß für die "Small Boys". Während sie voller Motivation ihre Positionen schon wieder eingenommen haben, tummeln sich die Gelben immer noch ziemlich planlos in ihrer Hälfte. Auch als der Schiedsrichter das Spiel wieder anpfeift und die "Small Boys" mit dem Ball Richtung gegnerisches Tor laufen, zeigen sie keine Gegenwehr. Stattdessen passiert etwas völlig unerwartetes. Eins nach dem anderen sinken die gelben Trikots Richtung Boden. Die Spieler, die sie tragen, setzten sich einfach mitten auf dem Platz in den Staub.
Sowas hab ich noch nicht gesehen. Innerhalb einer Minute sitzt das komplette gegnerische Team auf dem Boden und streikt! Jetzt sind Luise und ich als relativ unerfahrene Zuschauer erst recht verwirrt. Darf man sowas überhaupt, einen Sitzstreik beim Fußball. An den Gesichtern der anderen Zuschauer können wir ablesen, dass das alles andere als normal ist.Was sich weiter abspielt bekommen wir leider nicht so richtig mit. Das nächste was wir sehen, ist, dass die Gelben Flick-Flacks und Saltos schlagend den Platz verlassen, wohingegen unsere Mannschaft aussieht, wie eine Herde begossener Pudel.
Sollten die Gelben sich etwa den Sieg erstreikt haben?
Nein, das geht doch nicht. Aber alles deutet darauf hin. Komisch!
Als unsere Brüder dann wieder zu uns stoßen, teilen sie uns anscheinend tiefbetrübt mit, dass sie gewonnen haben. Drüber freuen tun sie sich aber offensichtlich nicht. Immerhin hat man ihnen fast eine ganze Halbzeit geklaut.

Naja, das war unser bisher einprägsamstes Fußballerlebniss.
Wir warten gespannt, was da noch kommt, lange genug sind wir ja noch hier. Ich werde berichten!

Das Beweisfoto findet ihr übrigens im Fotostream weiter unten auf der Seite.

Warum hat mir bloß vorher keiner erzählt, dass es bei einem Match so spannend sein kann?!
Hier noch eine kleine Mitteilung zur Landschaft:

Sie ist grandios!!


Etwas ausführlicher:

Wenn wir nach hinten von unserem Haus weggehen, stehen wir innerhalb von 3 Minuten in einer wunderschönen afrikanischen Landschaft mit unglaublich schönen und großen Mangobäumen. Auf denen lässt sich übrigens prima herumklettern, sogar im Rock, wie Luise ausgetestet hat : )
Ansonsten ist dort alles eher braun-rot, was sich aber vermutlich imLaufe der nächsten zwei Monate grundlegend ändern wird, den dann beginnt die Regenzeit.
Also eigentlich hat es hier auch schon ein paar Mal geregnet, aber so richtig noch nicht, das war eher so Alibi-Regen. Dafür gibt es aber schon eine Menge Wolken, die zum einen dafür sorgen, das die Sonne nicht die ganze Zeit knallt wie nur was, und zum anderen ein fantastisches Bild im Sonnenuntergang abgeben.
Der ist hier so oder so jedesmal ein unglaublich schönes Spektakel, wenn die Sonne (leider viel zu schnell) hinterm Horizont verschwindet und allabendlich eine Farbenpracht an den Himmel malt, die man selber gesehen haben muss, da sie auf Fotos einfach nicht festzuhalten ist.
Besonders schön lässt sich das vom Mangobaum aus betrachten. Leider haben die Bäume hier noch keine Früchte, dafür aber eine Menge Blüten, das lässt also hoffen.

Früchtemäßig sind wir hier ansonsten auch noch nicht so furchtbar exotisch und interessant dabei. Lecker sind sie aber trotzdem. Bananen werden hier eher dunkelgelb bis braun gegessen, wenn sie richtig süß sind. Andere kann man hier auch gar nicht kaufen (abgesehen von Kochbananen, aber die zählen nicht). Die Papayas kommen hier übrigens von eigenen Baum, ihr erinnert euch an das Foto von unserem Hof. Dort werden morgens Bruno oder Toni hochgescheucht um eine Frucht zu pflücken.Leider konnte ich mir das noch nicht mit angucken, weil ich als einzige an dem Tag arbeiten musste (nationaler Feiertag, zum 12. Todestag des ersten tansanischen Präsidenten, alle Schulen und Büros haben frei). Sehr lecker sind allerdings auch frische Passionsfrüchte, die Luise am gleichen Tag vom Markt mitgebracht und mit ir geteilt hat. Ansonsten hatten wir noch eine super saftige Ananas, die selbst ich ganz gerne mochte, obwohl ich da ja sonst nicht so sehr drauf stehe.
Kein Obst, aber trotzdem gut sind die Avocados, die wir manchmal zum Frühstück kriegen.

Den Rest an Obst werden wir wohl noch austesten, Zeit genug ist ja....
Vom ganzen anderen Essen werde ich noch mal extra berichten!

Donnerstag, 13. Oktober 2011

So, heute kleinen Schockmoment erlebt.
Im Labor: Weißt du wie man Blut abnimmt? - Nein. - Gut, dann zeigen wir dir das.
Soweit kein Problem. Hätte ich das nicht an der nächsten Patientin selber machen sollen. Aber sie wollten mir ja helfen. Sie haben mir die Nadel gereicht und gesagt: Mach mal!
Aber ich muss sagen, dass ist gar nicht so schwer. Ich weiß allerdings nicht, wie der Patientin das gefallen hat, man hat kaum gemerkt, dass ich das zum ersten Mal gemacht habe...
Ab jetzt werde ich darin aber trainiert!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Die Arbeit ruft

So, nach meiner ersten kompletten Arbeitswoche hier eine kleine Zusammenfassung:
Seit Mittwoch letzter Woche bin ich jetzt in der Dispensary. Dort gefällt es mir bis jetzt auch noch ganz gut. Ich muss morgens um acht Uhr da sein, was durchaus machbar ist, jedenfalls wenn wir mit Motorrad fahren. Da wir leider immer noch keine Fahrräder haben, haben wir (außer eine halbe Stunde strammer Fußmarsch) keine Möglichkeit dort hinzukommen. Glücklicherweise können Luise und ich immer zusammen fahren, weil ihre Schule fast neben meiner Dispensary liegt. Das sieht dann meistens so aus, dass wir ein Motorrad bestellen, welches uns dann zuhause abholt und zur Schule bringt. Also sitzen wir dann zu dritt auf einem Motorrad und düsen Richtung Arbeit. Jeder Fahrer bekommt von Mama aber mit auf den Weg gegeben, dass er vorsichtig und langsam fahren soll. Bis jetzt haben das auch alle gemacht.



Im Moment arbeite ich im Labor mit, da ich zu Beginn erst mal rotieren werde um mir alles anzusehen. Im Labor gefällt es mir aber schon mal sehr gut. Ich habe einen Mitarbeiter, der immerhin einigermaßen Englisch spricht. Ansonsten läuft die Verständigung so, dass ich etwas auf Kiswahili mitgeteilt bekomme, das dann 3x wiederholt wird, bis ich einige Wörter verstanden habe und weiß, was sie von mir wollen. Bis jetzt habe ich auch immer alle verstanden und lerne dabei noch die Sprache. Was will man mehr.
Meine Arbeit besteht hauptsächlich darin, an der Laborrezeption die Patienten aufzunehmen und beim Blutabnehmen zuzugucken. Das werde ich aber vermutlich auch noch selber machen dürfen/müssen und hoffentlich auch können. Man hat mir versichert, ich bekomme darin sehr viel "knowledge".
Ansonsten verläuft mein Arbeitstag sehr ruhig. Das lustigste, was ich bis jetzt gemacht habe, war großes Kinderwiegen. Hier müssen nämlich alle Kinder bis zum Alter von 5 Jahren einmal monatlich gewogen werden. Also wird jeden Tag draußen eine große Hängewaage aufgehängt, an die wiederum die Kinder gehängt werden. Ich habe selten so was niedliches oder lustiges gesehen. Meine Aufgabe bestand darin jedes Kind seiner Akte zuzuordnen. Gar nicht so einfach, wenn alle Mütter in einem Pulk um mich herumstehen und auf Swahili auf mich einreden. Ich konnte aber trotzdem alle finden und richtig eintragen.



Mehr gibt es dazu auch schon nicht mehr zu erzählen, da ich auch die nächste Woche im Labor sein werde. Wir werden sehen, was das noch so gibt.



Jetzt ist ja erst mal Wochenende.
Damit schöne Grüße aus dem nicht mehr ganz so sonnigem Tansania (hier beginnt gerade die Regenzeit)!

Montag, 3. Oktober 2011

Meine Familie

So, hier die ausführliche Beschreibung meiner Gastfamilie. Das ist wegen der Größe gar nicht so einfach. Ich fang mal bei den Eltern an:
das sind Mama Mwanga und Baba Mwanga. Baba kennen wir aber noch nicht, da er vermutlich erst nächste Woch wieder nach Hause kommt. Mama ist allerdings eine total nette und sympathische Person. Sie sieht aus, wie man sich eine afrikanische Mama halt so vorstellt. Da sie Schneiderin ist, trägt sie auch immer sehr hübsche Kleider, die man hier eher auf einer Feierlichkeit vermuten würde. Außerdem hat sie uns unseren ersten Kanga geschenkt, ein afrikanisches Tuch, normalerweise mit einem Sinnspruch versehen, das auf sehr verschiedene Arten getragen werden kann, hauptsächlich als Wickelrock.

Die Kinder:
Donald (27) wohnt auch noch zuhause, ist aber zwischendurch mal irgendwo arbeiten, ansonsten aber arbeitslos. Er hat eine kleine Tochter in Singida, sie heißt Lydia und ist 5 Jahre alt. Sie werden wir auch demnächst kennen lernen. Außerdem ist er Torwart in der Fußballmannschaft, in der quch der zweite Bruder spielt. Leider haben sie das Final Match am Sonntag verloren. War aber trotzdem ganz lustig.

Der zweite ist Fideli (24), er spielt als Feldspieler in der Fußballmannschaft. Im Moment besucht er ein Technical College in Singida. Deswegen musste er uns auch am Samstag vom Bus abholen, als wir allein in Singida waren (Befehl von Mama). Ganz großer Bruder hat er uns bis zu Amrei, die wir besuchen wollten, ins Zimmer gebracht, bevor er wieder gegangen ist. Am Abend haben wir dann schon den Bus vor Sonnenuntergang genommen, damt keiner mitfahren muss. Fideli ist dann doch noch mit in den Bus gesprungen.  Das war uns nacher auch ganz lieb, weil er uns so vor einem betrunkenen Mitreisenden "retten" konnte, der irgendetwas von uns wollte.

Sophy (21) ist die einzige Tochter im Haus und besucht ab nächste Woche ein Teacher College in Dodoma. Außerdem ist sie eine sehr gute Schneiderin, wie Mama Mwanga. Lustigerweise ist sie sogar noch einen Kopf kleiner als ich, das gleicht sie allerdings durch eine unglaubliche Frisur wieder aus.

Hilary ist so alt wie wir (18), besucht die Secondary School, hat am 13. Oktober seine Graduation und spricht von allen das beste Englisch. Er muss also ständig für uns übersetzten, bis wir endlich vernünftig bzw. überhaupt mal einigermaßen Kiswahili sprechen können.Generell hat er sich als Freund und Helfer bewährt. Als wir ihn zum Beispie bitten mussten in unserem Zimmer auf Kakerlakenjagd zu gehen, weil Luise und ich dazu leider nicht in der Lage waren, vor allem nich Luise, vom Bett aus. Glücklicherweise fand Mama Mwanga es genauso ekelig wie wir, so dass wir uns nicht total lächerlich gemacht haben.
Sehr interessant war auch, als wir festgestellt haben, dass Luise alle Wertsachen in ihrem Koffer eingeschlossen hat, und zwar mit Schlüssel. Als wir daraufhin nach einer Zange oder so gefragt haben, hat er mit einem Schraubenzieher innerhalb von ca. 2 Sekunden das deutsche Sicherheitsschloss geknackt und danch wieder zusammengebaut. Das war etwas erschreckend.

Die beiden jüngsten Familienmitglieder sind Bruno (16) und Antoni, genannt Toni, (13), die beiden sind keine eigenen Kinder von Mama Mwanga. Bruno ist der Sohn von Mamas Schwester, aber seine Eltern sind beide gestorben, so dass er jetzt hier lebt. Antoni ist der Sohn von der Tochter einer anderen Schwester von Mama, die hat allerdings einen Mann geheiratet, der nicht Antonis Vater ist, weswegen er dort nicht mehr wohnen kann.
Die beiden gehen in die 6. Klasse der Primary School. Seitdem wir etwas länger hier sind, haben wir festgestellt, dass die beiden nur Quatsch Kopf haben, aber trotzdem sehr liebenswert sind. Sie sehen beide eher aus wie 13 und 12, was das ganze noch lustiger macht.

Seit Mitte lezter Woche lebt auch noch Vanessa hier, die hier als Hausmädchen arbeitet und leider gar kein Englisch spricht, dafür aber superlecker kocht.

Zu der Familie gehören ansonsten noch 3 Kühe, 2 Kälber, diverse Ziegen, 5 Truthahn-Enten-Hühner, 6 andere Hühnervögel mit 2 Küken und 2 Katzen. Das ganze Getier rennt bei uns in unserem kleinen Innenhof herum und schlägt morgens ab etwa 6:30 Uhr Alarm, die Katzen trifft man allerdings auch mal auf dem Sofa an.

Was die ganze Familie vereint ist ein wunderbarer Humor, eine unglaubliche Herzlichkeit und ein unfassbarer Appetit. Ich habe ernsthaft noch noch nie Leute so viel Essen gesehen. Wir müssen da allerdings nicht mithalten, werden dafür aber ausgelacht. Naja, immer noch besser als platzen!
Auch sonst verbringen wir hier keinen Abend ohne, dass es nicht irgendwas zu lachen gibt. Der absolute Renner ist im Moment das Halli-Galli Spiel, was wir als Gastgeschenk mitgebracht haben. Seitdem wir das geschenkt haben spielen wir jeden Abend. Bis jetzt haben Luise und ich jede Runde gewonnen, da hier alle noch auf "pole, pole" (langsam, langsam) eingestellt sind. Trotzdem habe ich noch nie Menschen mit so einer unglaublichen Begeisterung Halli-Galli spielen sehen, bzw. so langsam. Das ist der absolute Hammer! Sie sind allerdings auch immerwieder erstaunt, wie schnell Luise und ich auf die Klingel hauen können. Das ist super lustig.
Kommentar Fideli: Haraka haraka haina baraka!
("Eile, Eile bringt kein Glück" tansanisches Sprichwort)

Ja, soviel zu meiner Familie. Fotos werden in nächster Zeit folgen. Wir hoffen, dass wir demnächst mal die ganze Familie zusammen erwischen.

Donnerstag, 29. September 2011

In aller Kürze

So, hier eine kurze Bestandsaufnahme der letzten Woche. Wir sind gut angekommen und haben uns bis jetzt auch schon recht gut eingelebt. Nach langer Anreise, haben wir uns sehr auf unsere Familie gefreut. Ich muss ganz ehrlich sagen, wir haben eine wunderbare Gastfamilie. Vor allem unsere Gastmama freut sich über weibliche Unterstützung, weil sie sonst mit ihren drei Söhnen (26, 23 & 18) und zwei weiteren (Adoptiv-)Kindern (auch Jungs; angeblich 16 & 13 Jahre, sehen eher aus wie 13 & 11) zusammenwohnt. Die beiden ältesten sind zwar nur zwischendurch da, und es gibt auch noch eine Tochter (21), die macht aber eine Ausbildung. Unseren Baba kennen wir leider noch nicht, weil er weiter weg arbeitet und deshalb nur selten zuhause ist.
Die Arbeit macht auch viel Spaß, auch wenn es bei der Verständigung etwas hapert, weil mein Kiswahili noch nicht so ausgeprägt ist.
Alles weitere werde ich in kürze berichten.

Schöne Grüße aus dem fernen Tansania
Badai

Donnerstag, 25. August 2011

Die Spannung steigt

Jetzt sind es nur noch knapp vier Wochen, bevor für uns die große Reise beginnt. Alle Vorbereitungen sind schon getroffen, jede Menge hoffentlich nützliches Zeug wurde angeschafft um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Trotzdem erscheint die Vorstellung in vier Wochen alles für knapp ein Jahr zu verlassen so abwegig, dass ich es selbst fast gar nicht glauben kann. Das tut der allgegenwärtigen Spannung und Vorfreude jedoch keinen Abbruch.

Ein weitaus größeres Problem stellt die Sprache dar. Sich ganz allein eine völlig fremde Sprache beizubringen, nur mit einem Lehrbuch für Einsteiger bewaffnet ist ganz schön kompliziert.....
Aber ich bin guter Dinge, dass ich mich wenigstens einigermaßen verständigen kann. Mal schauen. Näheres kann ich dann aus Iguguno berichten.